Aus dieser Runde lässt sich viel über den Erfolg der AfD lernen. "Der Migrant" wird von allen Teilnehmern inklusive den Moderatoren nur auf ihre Wirtschaftlichkeit beschränkt. Ist er Fachkraft oder Kostenfaktor. Zahlt er ein oder bezieht er. Die Frage, ob er ein Mensch ist, kommt nicht vor.
Das ist die eigentliche Kapitulation. Nicht die AfD gewinnt hier den Diskurs, die anderen bereiten ihr das Feld. Wenn ein Mensch nur noch als Bilanzposten verhandelt wird, hat die extreme Rechte die Sprache bereits erobert, lange bevor sie die Mehrheit erobert hat. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk moderiert diese Verengung nicht neutral, er vollzieht sie. Jede Frage nach "was bringt uns das" ist eine Frage, die den Menschen zur Ressource macht. Und eine Ressource kann man rationieren, sortieren, abweisen. Genau dafür braucht die AfD am Ende gar keine eigene Mehrheit mehr.