Podiumsdiskussionen zur Europa- und Bundestagswahl: Jedes Mal triumphierendes Klatschen wenn ein gegnerischer Politiker „aber Recht auf Selbstverteidigung” und andere leere, im Kontext nicht passende Worthülsen auf meine politischen Analysen über Israel entgegnete.
Ich bringe genaue Zitate und Aussagen von Politiker:innen Israels welche auf eine klare Entmenschlichung hindeuten, geleakte Dokumente welche eine Bewilligung der Hamas zur Rechtfertigung eines Genozids aufdecken, Videos und Berichte über die ständige Vertreibung von über 2 Millionen Menschen in einen 13km langen Bereich, der nur noch ein Bruchstück ihrer Heimat darstellt.
Als Antwort kamen nur aus Think-Tanks und Parteivorstsndssitzungen ausgedachte Sprüche, welche der Debatte nichts brachten. Zur Aussage man solle Palästina als Staat anerkennen, wenn man den wirklich für eine Zwei-Staaten-Lösung sei, entgegnete die SPDlerin das man ja nicht „der Hamas einen Staat schenken sollte”, sogar der CDUler entgegnete das dies eine groteske Simplifizierung sei, und die Palästinensische Autonomiebehörde etwas vollkommen anderes als die Hamas ist. Dennoch, triumphierender Applaus.
Schlussendlich waren alle für eine Zwei-Staaten-Lösung, das klingt doch so nett und differenziert, den zweiten Staat anerkennen wollte aber niemand. Also eine Ein-Staaten-Lösung, was aber mit den Leuten im anderen „Staat” geschieht ist egal. Hätten die Hamas ja stürzen können, so kam es von den Grünen. In einem Satz die Genfer Konventionen mit Kollektivschuld gebrochen und Menschenrecht aus dem Fenster geworfen. Die Hamas nutze sie ja als Schutzschild, darüber hinaus habe die Bevölkerung die Hamas ja auch „gewählt”, erläuterte die FDP. Gleiches Spiel. „Sie könnten ja in andere Länder fliehen, die wollen die Terroristen aber auch nicht”, erwiderte eine sehr motivierte Juso/SPDlerin. Entmenschlichung pur.
Der zweite Staat der Zwei-Staaten-Lösung ist allen egal gewesen, was mit den Menschen dort geschieht ist irrelevant, eigentlich sind sie nur im Weg und selbst dran schuld, komme was wolle. Whatever it takes.
An diesen Gedankengängen hat sich bei den meisten Parteien in Deutschland bis heute nichts geändert, es wird nur netter ausgedrückt. Vielleicht kann man heute anerkennen das einige Dinge irgendwie zu weit gegangen sind, doch eine Selbstreflektion des eigenen Handelns oder Eingeständnisse kommen dadurch nicht.