Hinter dem 17. Türchen des #huettenadventskalender verbirgt sich ein besonderes Schätzchen, die Berliner Hütte auf 2.042 m in den Zillertaler Alpen im südlichen Tirol. Sie befindet sich im Besitz der Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins
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Am Beispiel der Berliner Hütte sieht man ganz gut, wie sich die deutsche Geschichte in den Alpen abbildet.
1879 wurde die Berliner Hütte eröffnet, die damals aus einem einzigen, kleinen Gebäude bestand. 1882 erfolgte der Ausbau des ursprünglichen Almsteigs zu einem Saumpfad, wodurch deutlich mehr Menschen die Hütte besuchten. Das Gepäck konnte nun mit Maultieren transportiert werden. 1885 wurde der erste Erweiterungsbau eingeweiht. 1888/89 entstand ein Anbau, Küche und Speiseraum wurden erweitert. 1891/92 entstand das dreigeschossige sog. Logierhaus. 1897 wurde ein weiterer neuer Anbau errichet. 1898 bekam die Hütte einen eigenen Telefonanschluss, 1906 ein Postamt. 1909/10 erbaute man das sog. Haupthaus als Verbindungsstück zw. Logierhaus und Damensalon. Im Zuge der Erweiterung von 1910 erhielt das Gebäudekonglomerat außerdem sein erstes Wasserkraftwerk. Zwei Jahre später wurde eine Beleuchtungsanlage mit 200 Glühlampen in Betrieb genommen, 1913 erfolgte die teilw. Beheizung.
Die Berliner Hütte wurde in den beiden Weltkriegen immer wieder militärisch in Beschlag genommen und zeitweilig für Zivilpersonen gesperrt. 1932 konnte das alte Kraftwerk wegen Wassermangels nicht mehr weiter betrieben werden und wurde daher versetzt.
1933 verhängte die NS-Außenpolitik eine Reisesperre gegen Österreich, die sog. „1000-Mark-Sperre“, die die Besucherzahlen stark verringerte. Reparatur- und Erweiterungsarbeiten gab es dennoch. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten die Siegermächte die Hütten des DAV. 1956 erfolgte die Rückgabe an die Sektion Berlin. 1967 wurde ein neues Wasserkraftwerk errichtet mit 40 kW Leistung.
1997 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.
Ich war heuer im Juli dort und hatte tatsächlich das einzige Einzelzimmer gebucht. Der Zustieg erfolgt als einfacher Wanderweg (T1) vom Gasthaus Breitlahner. Die Übergängen zu anderen Hütten am Berliner Höhenweg sind deutlich schwieriger (T3-T4).
• Website: https://berlinerhuette.at
• ÖAV Hüttenverzeichnis: https://www.alpenverein.at/huetten/?huette_nr=0511
• Karte: https://www.osm.org/?mlat=47.024444&mlon=11.813056
) übergeben. Nach 1997 wurde die Hütte geschlossen und verwahrloste. Die Hütte wurde 2005 von der Gemeinde St. Ulrich der Sektion Bozen des CAI abgekauft, vollständig abgerissen, neu aufgebaut und 2010 eröffnet.
Vorarlberg.
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