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Im Frühjahr 2026 überlegte man sich beim IT-Department und beim Bundesamt für Justiz ob man zusätzliche Kapazitäten bei Amazon einkaufen soll...und zwar für die #eID-Vertrauensinfrastruktur.
Konkret wäre es um zusätzliche Kapazitäten für den Betrieb der sogenannten Vertrauensinfrastruktur gegangen, also der technischen Infrastruktur, die zuverlässig bestätigt, ob eine digitale staatliche Identität echt oder das abfragende Unternehmen vertrauenswürdig ist.
Dazu gehört zum einen das Basisregister: Dieses zeigt in anonymisierter Form an, ob eine E-ID gültig ist oder nicht. Eine Bürgerin kann zum Beispiel ihre elektronische Identität für ungültig erklären lassen, wenn ihr Mobilgerät gestohlen wurde. Dabei handelt es sich um einen anonymen, zufällig generierten Identifikator im Basisregister, der keine Rückschlüsse auf die Person erlaubt.
Und zum andern zählt das Vertrauensregister dazu. Dieses ist eine öffentlich einsehbare Liste aller autorisierten Aussteller und Verifizierer. Das wiederum sind Organisationen, die die E-ID von Privatpersonen abfragen wollen – vom Bund über kantonale und kommunale Behörden bis zu privaten Organisationen wie Banken oder Firmen.
Der IT-Konzern aus dem amerikanischen Seattle war für diese Aufgabe vor allem wegen eines Kriteriums in Betracht gekommen: seiner Verfügbarkeit.
Insider sagen dazu: Der geplante Rückgriff auf Amazon hängt auch mit der fehlenden Swiss Government Cloud zusammen.
Dieses Projekt ist massiv in Verzug und noch nicht einmal zur Vergabe ausgeschrieben. Aus diesem Grund hat die Bundeskanzlei alle 2021 ausgehandelten Cloud-Rahmenverträge mit den Big-Tech-Konzernen noch einmal um 5 Jahre verlängert.
Doch intern eskalierte es: Das Amazon-Dossier landete auf dem Tisch des verantwortlichen Bundesrats Beat Jans.
Dieser macht letztlich die Freigabe für solche IT-Grossprojekte.
Der SP-Bundesrat machte der Projektleitung der involvierten Bundesämter jedoch einen Strich durch die Rechnung: Jans stoppte Mitte Februar 2026 das Vorhaben mit seinem Veto, wie Recherchen der Republik ergaben.
Ein Zuschlag an Amazon komme nicht infrage.
Eine Vergabe an den amerikanischen Big-Tech-Konzern würde den Plänen des Bundesrats für mehr digitale Souveränität der Schweiz diametral entgegenstehen, wie Insider aus dem Umfeld des Bundesrats bestätigen.
🤓 Fazit: Noch ist der Bund mit einem blauen Auge davongekommen. Mehr negative Schlagzeilen zu seinem Prestigeprojekt E-ID kann er sich aber auf lange Sicht nicht mehr leisten.
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https://www.republik.ch/2026/09/01/e-id-bundesrat-beat-jans-stoppt-auftrag-an-amazon