Ich finde es ja zynisch, dass die Einwohnenden von Jülich Wasser sparen sollen, während nebenan der Tagebau ... ach, ihr wisst schon
@fuzzyleapfrog
Bitte nicht denken, ich will RWE verteidigen. Die Effekte auf das Grundwasser sind immens und langfristig. Aber bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, deswegen kein Wasser zu sparen: die Situation in Jülich ist soweit ich weiß vor allem ein Infrastruktur- oder Verbrauchsproblem, je nachdem wie man das sieht. Der Wasserverbrauch hatte sich insbesondere nachts quasi verdoppelt und die Pumpkapazität konnte das nicht ausgleichen, sodass die Wasserbehälter leer liefen. Keine Ahnung, ist die Swimmingpool-Dichte in Jülich so hoch, oder was?
@EinPhysiker @fuzzyleapfrog Interessant: https://www.juelich.de/aktuelles?news=Stadtwerke_J_ue_lich_Warum_das_Trinkwasser_in_J_ue_lich_knapp_wird
Der Stadtwerke-Typ sagt, dass der Verbrauch höher war als Anfang Juli in einer der Hitzewellen letztes Jahr.
Vermutet Bevölkerungs-Zuwachs und Einfamilienhäuser mit Pools und Gartenbewässerung als Ursache. 🤷
(Ich würde vermuten möglicherweise auch: Mitten im Frühling wässern die Garten-Besitzer*innen noch mehr als im Hochsommer?)
Kurzfristig wird es wohl nichts bringen, wenn die Tagebaue was ändern. Die verbrauchen ja nicht direkt Trinkwasser von den Stadtwerken. Vielleicht hätten sie dieses neue Wasserwerk, von dem er spricht, etwas früher bauen sollen (und vielleicht wäre es ohne die Auswirkungen der Tagebaue aufs Grundwasser etwas einfacher zu bauen)?
Ja, wahrscheinlich sind auch gerade alle Regenwassertonnen leer und gegossen werden muss trotzdem. Und bei Temperaturerhöhung vor Feiertagen füllen dann alle ihre Pools auf einmal. Klar hat das alles Ursachen. Wäre es nicht so trocken und nicht so heiß, wäre das anders. Aber Wasser sparen sollten wir besser trotzdem, auch wenn es zynisch ist.
@EinPhysiker Hatte auch nicht gesagt, ihr solltet nicht sparen. Nur dass es eben zynisch ist. @HeptaSean
@EinPhysiker Das ist doch sehr zynisch: Tagebau- und Kraftwerkinfrastruktur mit ihren enorm hohen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sind solide und produzieren fleißig weiter klimaschädliche Energie, aber Infrastruktur zur Abkühlung von Menschen (meinetwegen auch mit Pools), wurde vernachlässigt. Gesellschaftlliche und politische Priorisierungen sind wild. Außerdem: Jülich ist gewachsen, auch wegen Umsiedlungen. Die Infrastruktur wuchs nicht gleichermaßen. Ich sehe da durchaus Zusammenhänge.
@fuzzyleapfrog
Das wollte ich auch nicht infrage stellen, sondern nur den expliziten Grund nennen, warum Wasser sparen trotzdem sinnvoll ist. Auch wenn der private Wasserverbrauch im Vergleich zu den Tagebaus ziemlich marginal ist.
@EinPhysiker Wasser sparen ist dort jetzt zwingend notwendig, ja, aber man darf die Gründe nicht zu sehr vereinfachen/verkürzen zu "Spart, weil ihr Menschen verbraucht zu viel!" ohne "Warum?" und "Wie konnte es soweit kommen?" zu fragen
@EinPhysiker Mein zynisch kommt eher direkt von dieser extremen physischen Nähe von "Menschen müssen Wasser sparen" und (die deutlich wasserintensivere) "Industrie läuft unbeirrt weiter"
@EinPhysiker Grundsätzlich muss man aber schon festhalten: Dass Menschen mehr gießen oder sich abkühlen (also Wasser verbrauchen) kommt ja auch von irgendwoher, dem veränderten Klima zum Beispiel, und das hat sich u.a. wegen genau dieser Art von Energieerzeugung so verändert. Also ich finde das alles sehr, sehr zynisch.
@fuzzyleapfrog Sorry. Deine Schlussfolgerungen scheinen falsch zu sein. Es liegt hier an den wenigen Niederschlägen und der Hitze.
Schizophrener Weise lassen Poolbesitzer jetzt ihre Pools volllaufen.
Die Rur könnte eigentlich auch Wasser liefern und die Talsperren sind auch voll.
So ist aber Jülich nicht angeschlossen. Andere Kommunen haben ihre Hausaufgaben gemacht.
@anpa2112 Diese zwei Aspekte schließen sich nicht aus: Das Problem kommt vom Tagebau und man könnte die Situation mit viel Investitionen verbessern. Wie viel und wie lange verbessern, ist mit Blick auf anhaltendes Abpumpen und Klimakrise eingeschränkt und auch die Frage nach Ursache und Kostenübernahme ist da. Davon abgesehen: Oberflächen- und Grundwasser sind erstmal unterschiedliche Komponenten. Further Reading:
https://www.boell.de/de/2025/01/08/kohlekraftwerke-wasserverschmutzung-verbrauch
@fuzzyleapfrog Kenn ich.
Das Problem wird eher schlimmer, wenn der Tagebau Inden gefüllt wird und das steigende Grundwasser nicht als Trinkwasser genutzt werden. Und das Jahrzehnte lang.
Wird noch gravierender bei den anderen Tagebauen, da das bißchen Erft nicht viel Wasser liefern kann.
@anpa2112 Es geht auch um Wasserqualität und wo das Wasser zum Auffüllen herkommen soll. Diesem Aspekt haben wir sogar mal eine ganze Podcastfolge gewidmet.
@fuzzyleapfrog Ich nehme es als Ansatz den Kids das Wassersparen nochmal näher zu bringen, während mein Vorgarten langsam austrocknet. Wir erarbeiten schon gemeinsam Ideen weiter Wasser zu sparen. Irgendwie muss man ja optimistisch bleiben.
@Bista100 Es ist halt zynisch wenn nebenan der Tagebau immense Wassermengen verschlingt
@fuzzyleapfrog @Bista100 Wofür verschlingt er die Wassermengen?
@gluecka Das Wasser wird abgepumpt, weil der Grundwasserspiegel für die Grube sehr stark abgesenkt werden muss. Ein Teil verdunstet zum Beispiel, ein anderer Teil wird z.B. umgelenkt (wobei man da auf die Verschmutzung achten muss). Das Ding ist halt, dass es um Grundwasser geht, also die Wasserversorgung sehr direkt betrifft, und nicht um Oberflächenwasser. @Bista100
@fuzzyleapfrog Ich nicke seufzend und knibble die Pappe vom Joghurtbecher.