@juergen_hubert Die Identifikation, sprich: Etikett einer Staatsangehörigkeit, ist ja erstmal eine Fremdzuschreibung. Siehe »Geworfenheit des Seins« und so.
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@juergen_hubert Wegen Empfehlung: Die kritische und sehr kurzweilige Aufbereitung der Nibelungen durch Jürgen Lodemann »Siegfried und Krimhild« (2002).
https://www.perlentaucher.de/buch/juergen-lodemann/siegfried-und-kriemhild.html
@juergen_hubert Problematik, weil ja schon »Deutsche« eine Sammelbezeichnung ist, für den kein Kirchen- und Verwaltungslatein der ›Erben‹ römischer Kolonialpolitik verstehenden ›Haufen‹ der alles Mögliche babbelnden unterworfenen (bzw. aufmüpfigen) Leuz.
Daher ja auch bei uns der ewige Streit bzw. die Verwirrung um negativen (Freiheit von Zwang, Unterdrückung Gewalt) und positiven Freiheitbegriff (mit Eigentum zu machen, was man will inkl. Missbrauch und Zerstörung).
Ich sehe das mit der Identifikation als "Deutsche" bzw. Nationalität ähnlich wie mit "Familie".
Man wird üblicherweise in eine Familie hineingeboren, und muss sich entscheiden, wie man mit dieser Familie umgehen will.
Natürlich kann man sich von dieser Familie distanzieren und sich ggf. sogar eine neue Familie suchen. Und das ist legitim.
Aber man kann auch versuchen, diese Familie zu etwas besserem zu machen und die toxischen Elemente zu bekämpfen.
@juergen_hubert Die Identifikation, sprich: Etikett einer Staatsangehörigkeit, ist ja erstmal eine Fremdzuschreibung. Siehe »Geworfenheit des Seins« und so.
Nun, auf Familie trifft das ja eigentlich auch zu, oder?
@juergen_hubert Speziell mit falschen Germanenvorstellungen setzt sich auch Karl Banghard in "Die wahre Geschichte der Germanen" auseinander, inhaltlich fand ich es gelungen, stilistisch teilweise ... gewöhnungsbedürftig (weil sein Humor an manchen Stellen für mich nicht so wirklich funktioniert). Aber inhaltlich bietet es, wie gesagt, einiges.
https://ardeija.de/book-review/die-wahre-geschichte-der-germanen/
@juergen_hubert Ich fand „Schwarze Sonne“ von Rüdiger Sünner erhellend. Es geht hauptsächlich um völkische Esoterik/Okkultismus. Ist schon älter.
@juergen_hubert Die @bpb ist schon mal eine gute Infoadresse. Ich würde unbedingt auch spezielle Aufklärungsplattformen nutzen. Wenn ich wieder am Comp bin, such ich dir was.
Die Sache ist ja älter als die AfD. Ich war in den 1980ern journalistisch dran, als die Neonazis versuchten, neopagans und Esoterik zu unterwandern, da gab es bereits viel Material. Durch letzteres kam es später zur Verbindung mit der Schwurbelszene. Auch schlimm: rechtsradikale Pseudo-Ökos und "Landnahme".
Das Problem ist
@juergen_hubert so vielschichtig, dass es helfen würde, wenn du etwas begrenzen könntest, wonach du suchst. Es gibt ja nicht den einen Pseudomythos, die basteln sich das passend zur Zielgruppe, die sie verführen möchten. Und dafür missbrauchen sie echte Legenden ebenso wie echte Orte.
Aber nur "gute" Mythen gibt's auch nicht. Was du sammelst, ging durch die imperiale Umdeutungs-Brille der Kirchen, die alle Nichtchrist*innen niedermachen wollten, bis zur schriftlichen Erfassung innerhslb der vor-
@juergen_hubert herrschenden Ideologie z.B. des 19. Jhdts.
Vllt wäre es ein Weg, Menschen achtsam zu machen, dass es keine "reinen", neutralen Mythen gibt, genausowenig wie ein nur schönes "Deutschland". Über die Jahrhunderte wurde da umgeknetet, was das Zeug hielt. Mythenforschende wissen: du hast da alles von Verteufelung alter Gottheiten, über Rassismus und Misogynie. Aber unsere Vorfahren waren eben auch Völkerwandernde, Heiden und verfolgte Frauen/Minderheiten.
Nur so als spontane Gedanken.
Mein Ansatz wäre, die Geschichtenerzähler.und Protagonisten von damals mit Empathie zu begegnen - sie stammen aus einem kulturellen Umfeld, das uns als heutige Deutsche sehr fremd ist, aber dennoch verbindet uns viel. Geldnöte und Armut, Unterdrückung von oben, usw.
Und diese Geschichten stellen normalerweise die "einfachen Leute" in den Vordergrund, nicht die "Heroen" der völkischen Mythologie.