Bessere Gegenargumente gegen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche:
1. Es führt Klarnamenspflicht und Identifikationspflicht im Internet über die Hintertür ein (= es geht um Kontrolle)
2. Es verhindert auch positive Effekte von sozialen Medien, wie die Vernetzung marginalisierter Gruppen, was gerade für (physisch inzwischen oft isolierte) Jugendliche super-wichtig ist
3. Es verhindert demokratische Teilhabe und politische und soziale Aktivitäten von Jugendlichen (sagte ich schon Kontrolle?) 3/n
#socialMediaVerbot #jugend
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@tschfflr Danke für die gute Zusammenstellung.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Punkte 1-5 und 7 keine Nebenwirkungen, sondern gewünschte Ergebnisse sind.
Punkt 6, die schwierige Umsetzung, sorgt dafür, dass irgendein Spez'l von Ministeriums-MA eine Monopolstellung bekommt, also aus Sicht der Verantwortlichen auch ein Plus.
Man könnte stattdessen auch einfach einmal damit anfangen, bestehende Gesetze auf Plattformbetreiber anzuwenden. Dann hätten alle was davon.
#socialmediaverbot
@tschfflr mich auch. Ich hatte die @DIEZEIT vor mir liegen und mich geärgert. So sehr, dass ich – vorausgesetzt, ich finde Zeit – mal einen Leserbrief schreiben werde.
Das gesellschaftliche Missverständnis zu sozialen Medien und der Verantwortlichkeit im Sinne von DSA und DMA, sprich der Handlungsunfähigkeit der @EUCommission und Bundesregierung, ist kaum auszuhalten. Lieber sprechen wir Verbote aus, die unterlaufen werden, als die kommerziellen Plattformen zur Verantwortung zu ziehen und geltendes Recht durchzusetzen. Es ist zum Mäusemelken! 😡
Und dann darf man sich auch fragen: Was passiert im Fediverse, wenn eine Altersbeschränkung für "soziale Medien“ ab 14 kommt? Eigentlich kein Problem hier. Aber die Verifikation? Wie sollen wir im Fediverse das leisten (FediScience ist anders aufgestellt, aber sonst ...)?
@rupdecat @DIEZEIT @EUCommission ja exakt. Ich muss mich mal einlesen, in Australien gibt es ja so ein Gesetz - welche Plattformen es dort eigentlich betrifft
Von den Gegenargumenten ist btw die nicht existierende "magische Altersgrenze" (ab der social media nicht mehr schädlich seien) wirklich das schlechteste. Denn dies ist auch bei Alkohol und Nikotin so, trotzdem sind diese (nur) für Kinder und Jugendliche verboten. Der Unterschied ist mMn, dass eine kausale Schädlichkeit bei Zigaretten und Schnaps erwiesen ist, bei sozialen Medien ist der Zusammenhang viel vielschichtiger 2/n
#socialMediaVerbot #jugend
@tschfflr Sagt niemand, dass es dann nicht mehr schädlich ist. Was gesagt wird, ist dass die Kontrollfähigkeit mit dem Alter zunimmt. Instagram hat eine theoretische Grenze von 13 Jahren. Die wird aber nicht durchgesetzt. 14 Jahre ist nur ein Jahr mehr. Und dass es zwischen 14 und 16 Jahren kein Gebimmel und Push geben soll, ist doch nur zu begrüßen, oder?
Es geht um bewusst süchtig machende Plattformen.
@stefanmuelller nein ist mMn eben nicht “nur zu begrüßen”. Am meisten ärgert mich aber, dass der Kinderschutz hier offensichtlich nur vorgeschoben ist. Der wird so nicht gehen und ginge anders besser. Siehe Rest des Threads bzw. Replies
@tschfflr
Nur weil man den Fehler schon mehrfach gemacht hat, muss man es ja nicht wiederholen. Warum wir es uns als Gesellschaft leisten, Schäden durch Dinge zu tragen, nur damit ne Kippe geraucht oder Alk getrunken werden kann, erschließt sich mir nicht.
Schadstoffe haben wir zum Beispiel für alle reglementiert, obwohl Kinder mehr betroffen sind.
Bei Glücksspiel sehe ich zumindest den Versuch eine Regelung für Erwachsene sicherzustellen. Das lassen wir aber dort dann bei Kindern sein...
@IchMeine Wie gesagt. SoMe für *alle* zu verbieten wäre was *ganz* anderes als dieser vorgeschobene und ausgrenzende Mist.
Bessere Gegenargumente gegen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche:
1. Es führt Klarnamenspflicht und Identifikationspflicht im Internet über die Hintertür ein (= es geht um Kontrolle)
2. Es verhindert auch positive Effekte von sozialen Medien, wie die Vernetzung marginalisierter Gruppen, was gerade für (physisch inzwischen oft isolierte) Jugendliche super-wichtig ist
3. Es verhindert demokratische Teilhabe und politische und soziale Aktivitäten von Jugendlichen (sagte ich schon Kontrolle?) 3/n
#socialMediaVerbot #jugend
4. Zusammen mit zunehmendem Digitalitätszwang wird es auch umfassende Folgen in den physischen sozialen Freiheiten von Jugendlichen haben. Man denke nur an Cafes und andere Einrichtungen, die nur noch auf FB/Insta Webpräsenz haben
5. Es wird zur Folge haben, dass andere sinnvolle Maßnahmen zu soz. Medien nicht mehr priorisiert werden bzw. untergraben oder nicht umgesetzt werden (sind ja angeblich nur Erwachsene da), zB der DSA oder Regulierung von großen Plattformen zu Hate Speech 4/n
#socialMediaVerbot #jugend
jetzt noch ein paar weitere, mMn schwächere Argumente:
6. Technische Umsetzung ist schwierig und Umgehung wird höchstwahrscheinlich möglich sein.
7. Umsetzung v.a. für große Plattformen einfacher, falls auch kleine betroffen sind, müssen diese Expertise/Tools einkaufen -> die Daten werden bei großen Brokern gesammelt (sagte ich schon Kontrolle?? )
5/n
#socialMediaVerbot #jugend