Die Art und Weise wir wir sprechen ist so sehr durch die Aufmerksamkeitsökonomie geprägt, dass sich zukünftige Linguist:innen fragen müssen was los war.
Praktisch jede Information auf den Big Tech Plattformen, selbst wenn sie wohlwollend ist, muss in ein Format gepresst und vermittelt werden welches, oft über Wut und starken Emotionen, deine Aufmerksamkeit fängt.
Ich habe eben ein Video gesehen welches lediglich über die bösen Pride Flags aufklärt (also, Flaggen die für Dinge gemacht wurden die keine Sexualitäten, sondern Straftaten sind, wie Pädophilie, Bestialität, etc.). Doch das Video begann mit „Ich möchte diese Flagge nie auf dem Pride sehen!”
Denkt mal wirklich drüber nach ob eine inhaltliche Aufklärung tatsächlich so aussieht oder aussehen sollte. Selbstverständlich ist das nicht der Punkt, sondern es geht darum das so eine Aussage nach einem Drama aussieht. „Oh wow, jemand findet eine Pride Flag doof, ist das jemand der Transpersonen ablehnt, oder gewisse Sexualitäten nicht anerkennt?” so in etwa.
Anstelle informativ aufzuklären ergibt es zudem Sinn den Inhalt, das tatsächliche über das Video vermittelte Wissen, ganz weit hinten zu verstecken, damit wir auch ja lang genug zuschauen.
Ich frage mich wirklich was für Auswirkungen das auf unsere Sprache hat.