Ich hab mich bisher eher für so etwas wie einen KI-Zentristen gehalten, mittlerweile aber kann ich persönlich kaum anders als den Entwicklungen in dem Bereich komplett zu widersprechen.
Ich lehne vor allem den Einsatz von "KI" in der zwischenmenschlichen Kommunikation ab, wir Menschen bilden doch selbst Netze, indem wir miteinander reden, ein gemeinsames Verständnis von Dingen aushandeln, zusammen wirken und gemeinschaftlich Probleme angehen.
Es sah ohnehin schon schlecht aus durch fortschreitende Individualisierung und Endsolidarisierung im Neoliberalismus. Jetzt wird uns gesagt, wir seien bei bestimmten Aufgaben gar nicht mehr auf andere Menschen angewiesen, weil das ja mit "KI" geht. Eine weitere Attacke auf die Menschlichkeit (Menschheit?).
@acka47 hast Du da einen konkreten Fall im Blick?
@awinkler Nein, das hat sich entwickelt. Diese Woche haben allerdings zwei Veranstaltungen (dein Seminar am Montag und die metadaten.community-Stunde heute, für die ich mir noch eine Einleitung ausdenken musste) dazu beigetragen, dass sich mein Blick auf diesen Konflikt zwischen künstlichen neuronalen Netzen und menschlichen Netzwerken geschärft hat. Da musste ich das jetzt mal raushauen.
@awinkler Das Interessante an deiner Veranstaltung war, dass Beides dabei war: Austausch und voneinander Lernen, aber irgendwie mit dem Ziel, sich später weniger auf andere Menschen verlassen zu müssen.
@acka47 verstehe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Gefühl wirklich aus eigenem Erleben nachvollziehen kann. Bin wahrscheinlich eher ein "Zentrist" und sehe die KI sehr klar als Werkzeug, das für mich nicht wirklich in Konkurrenz zum menschlichen Miteinander tritt. Ich würde für die Dinge, die ich mit KI mache, in aller Regel keine Menschen in Anspruch nehmen, sondern vielleicht verstreute Dokumentation (oder das Projekt sein lassen).
@awinkler Dokumentation ist (war?) ja auch von Menschen geschrieben. Und es ist ja auch gar nicht so lange her, dass mensch viel auf Stack Overflow etc. mitgenommen hat, das ja auch von menschlicher Kommunikation am Laufen gehalten wurde. Dort landet man ja immer weniger, auch weil aktuelle Inhalte mittlerweile fehlen.
@acka47 ja, aber Dokumentation ist halt oft auch knapp (weil teuer) und erfordert mitunter erhebliche Kompetenzen. Auf StackOverflow war der Umgang immer schon so garstig, dass ich mich da nur ganz im Notfall aktiv eingebracht habe (Fragen dort heißt auch, dass man vorab schon sämtliche Dokumentation durchgearbeitet haben sollte – ein ehrenwertes Ziel, aber eben auch ein bisschen unrealistisch).
Ich bin ja nun kein Informatiker, IT ist mir immer nur ein Werkzeug.
@acka47 Mit Blick auf menschliche Interaktion fände ich folgendes Vorgehen gut: Lösungen für Probleme aus der Praxis finden (mit oder ohne KI) und diese Lösungen dokumentieren und zur Diskussion stellen. Damit können andere weiterarbeiten (und die Lösungen ggf. mit oder ohne KI-Unterstützung) nachnutzen.
@awinkler Das hört sich nicht verkehrt an. Allerdings kann das Teilen von KI-produzierten Lösungen auch schnell problematisch werden und die Aufmerksamkeit des Gegenübers mit der Inspektion einer minderwertigen Lösung belasten (Beispiel Slop-PRs). Wenn ich so etwas teile, muss ich schon die Lösung zumindest verstehen und selbst die komplette Verantwortung dafür übernehmen.