Nur nochmal ein Gedanke zu Arday: Grundsätzlich ist ein Diversity-Hire nicht verwerflich, denn er erwächst ja idR aus der Erkenntnis, dass die Belegschaft bis dato nicht das Potential auf der Karrierestufe darunter widerspiegelt & dass es dafür Faktoren gibt, die sich verm. in implicit bias gründen.
So wars ja bei den Frauenquoten auch. Das führt idealerweise zu der Erkenntnis, dass die Lebensläufe & CVs anderer Gruppen als privilegierter weißer Männer* anders aussehen, und man das im Prozess einpreisen muss.
Dazu kommt, dass diverse Perspektiven und Erfahrungen einer Institution immer nutzen.
Wovon man sich ausgehend von dieser Erkenntnis m.E. immer verabschieden muss, ist die des Genies. Genie-Zuschreibungen sind meiner Erfahrungen nach zu oft die Beherrschung eines bestimmten akademischen Habitus (der zudem im Team selten funktioniert).
Ein*e gute Professorin zeichnet sich m.E. aus durch Beherrschung der fachlich erforderlichen Kompetenzen in Kombination mit Fleiß, Resilienz und Kollegialität. Dazu ist es gut, wenn eine Institution jemanden hat, der mutig ist, jemanden, der kreativ ist, jemanden, der ausstrahlungsstark ist, etc pp.
Die Idee, dass es den*die absolut besten gibt, der von der Berufungskommission objektiv so gekürt werden kann, ist illusorisch. Natürlich sind manche nicht/noch nicht geeignet, und de fakto passiert auch Vetternwirtschaft. Aber idealerweise wägt man ein Profil immer ab zu denen, die schon da sind.